22/10/09
DANK EUCH, SOWJETSOLDATEN!

Myladys, Mylords,

das Echo, das meinem Aufruf folgte, in der virtuellen Wahlkabine Unzucht zu treiben, war schier überwältigend.
Zahllose Menschen und Institutionen haben in ihren Verteilern und/oder auf ihren Seiten für mich geworben. (Stellvertretend für viele seien hier nur die verehrten Kollegen Jess Jochimsen, Franz Dobler und Alexander Wall sowie die Brüder im Geiste vom Punkrock!, von Twisted Chords und vom Pankerknacker aufgezählt. Darüber hinaus dürfen das Stadtmagazin Subway, das Campus-Radio Bielefeld und meine Haus- und Hofgazette Blank nicht unerwähnt bleiben.)
Dutzende weitere verdienstvolle Parteikader haben den Aufruf durch die verzweigten Kanäle von Facebook, Myspace und anderen Info-Labyrinthen gejagt. (An dieser Stelle einen Kratzfuß in Richtung Sandra, Anna, Johanna, Toddn, Malte, Steffen und Erik vom SO 36.)
Natürlich habe auch ich selbst keine Gelegenheit ausgelassen, die Dinge in meinem Sinne zu beeinflussen. Und natürlich gab es unter meinen Supportern auch den einen oder anderen Spezialisten, der sich auf den Stimmenfang im asiatischen und osteuropäischen Raum versteht.
Und so waren hier bis zum Schließen des Wahllokals hunderte Rückmeldungen von Menschen eingelaufen, die zum Teil gleich von mehreren Internetanschlüssen für mich gestimmt hatten. (Rekordhalter in dieser Liste: zwei Freunde, die auf ihrer Tour durch Spanien circa 50 verschiedene Internetcafés besucht haben. Danke Ellen! Danke René!)
Eine kurze private Hochrechnung ergab, dass von den abgegebenen 10.000 Stimmen ein Drittel bis die Hälfte der Partei der Unzüchtigen zuzurechnen sein müsste. Und so war das Ergebnis dann umso überraschender: 126 Stimmen hatten sie da bei der Wochenzeitung Freitag gezählt. Hej, 126 Mal hat doch allein schon meine polnische Verwandtschaft für mich gestimmt, ha, ha.
Nun soll man ja, wenn man wie ich, nicht über einen herausragenden Anwalt verfügt, mit dem Begriff Schiebung äußerst vorsichtig sein, deshalb will ich es mal so formulieren: Die müssen da bei der Stimmauszählung MASSIVE technische Probleme gehabt haben.
Egal. Das Preisgeld hatte ich im Falle des Sieges ohnehin den vier Letztplatzierten übergeben wollen. Leid tut es mir allerdings, um die Rede, die ich da in Frankfurt gern zum Thema Online-Voting gehalten hätte. Leid tut es mir aber auch um die Riesenunterstützung, die nun einfach so ins Leere gelaufen ist.
Fazit 1:  Es war strategisch wahrscheinlich nicht  besonders clever, schon im Vorhinein darauf hinzuweisen, während der Preisverleihung für einen Eklat sorgen zu wollen.
Fazit 2: Wer sich mit dem Buchmesse-Klüngel einlässt, muss sich nicht wundern, wenn der gute Ruf am Ende ruiniert ist.
Fazit 3: Das war das letzte Online-Voting, an dem ich teilnehmen werde. Sollte ich in diesem Leben nochmals für einen derartigen Nonsens nominiert  werden, mogle ich mich da raus und bewerbe mich stattdessen bei Popstars.
Versprochen!

24/09/09
O tempora o mores! In meinen schlimmsten Albträumen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich noch vor meiner Entmündigung jemals eine so genannte „Rundmail“ auf die Reise schicken würde. Aber heranziehende Katastrophen verlangen eben besondere Maßnahmen. Es ist ja nicht so, dass ich mich für diesen dreimal verfluchten Preis, besser: für dieses dreihundert Mal verfluchte Online-Voting selbst nominiert hätte, Gott behüte! Aber einmal an Bord des Seelenverkäufers, heißt es natürlich einen Rundblick zu wagen, und der wiederum hat in mir die Erkenntnis wachsen lassen, dass es wohl keine schlimmere Farce gibt als eben so ein Online-Voting. Denn worum geht es bei diesem Nonsens? Doch nur darum, wer die größere Menge an Freunden, Verwandten und „Netzwerk“-Bekanntschaften mobilisieren kann. (Von Bekanntschaften aus dem Hacker-Milieu will ich an dieser Stelle gar nicht erst sprechen.) Und genau darüber wird während der Preisverleihung zu reden sein. Möge der Allerhöchste also mir den Lorbeer zukommen lassen, damit ich das Thema noch während der Pokalübergabe auf den Tisch bringen kann. Stellt sich nur die Frage, wem ich das Preisgeld spende. Falls einer von euch da draußen an den Volxempfängern eine gescheite Idee besitzt, möge er sich melden.
Nachtrag: Da ich mit der oben genannten Rundmail (die bei einigen aufgrund meiner katastrophalen Adress-Verwaltung sicherlich doppelt und dreifach angekommen sein wird) schon gegen eins meiner obersten Prinzipien verstoßen habe, hatte ich dann keine Scheu mehr, auch gleich noch dem langjährigen Ansinnen der Verleger-Mischpoke nachzugeben, mir eine „Fan-Seite“ bei „facebook“ einrichten zu lassen. Auf dass dieselbe jämmerlich vor die Hunde gehen möge!
Waidmanns Dank.

25/02/09
Jesses, ist es wirklich schon zehn Monate her, dass ich das letzte Memorandum für diese Seite verfasst habe?! Nun, die Millionen vom Heyne Verlag wollten unters Volk gebracht werden, da blieb für Kommunikation wenig Zeit. Am 14.03. heißt es nun aber die Villa in Blankenese wenigstens kurzzeitig zu verlassen, denn an diesem schicksalsschweren Tage wird in Leipzig die Vorstellung meines aktuellen Romans vonstatten gehen. Ob Porno oder Antiporno oder am Ende dann doch ganz was anderes, entgegen meinen Absichten ist das Buch erstaunlicherweise hochmoralisch geraten. Vorsichtshalber haben sich Freunde und Verwandte trotzdem schon mal von mir distanziert – ein Schritt, den ich ausdrücklich begrüße, schließlich bleibt so mehr Zeit zum Golfen. Für euch bibeltreue Christen da draußen gibt es bei meinen nächsten Auftritten jedenfalls Auszüge aus dem neuen Buch. Wollen wir hoffen, dass dieselben derart bedrückend vorgetragen werden, dass uns allen wieder einmal nur die Flucht in den Alkohol bleibt. Glück auf!

27/04/08
NEUES AUS ENTENHAUSEN:

Im Dezember 07 hatte ich das große Glück im Vorprogramm einer Tanzformation aufzutreten, die ich seit beinahe zwanzig Jahren wie kaum eine andere verehre. Von diesem denkwürdigen Budenzauber kündet ein kurzer Mitschnitt aus dem Hause POGOCAM. (Dank der Fingerfertigkeit meiner Netzelfe auch über diese Seite einzusehen.) Und sonst? Nun allerlei: Der (Anti)Porno wächst und gedeiht und wird von Elke Heidenreich voraussichtlich im Frühjahr 09 zum Lesestoff für alle deutschen Gymnasien und Realschulen erklärt. Der fürsorgliche Ventil-Verlag (Lob und Preis seiner Weitsicht!) legt innerhalb der nächsten neun Monate „Ausschuss“ neu auf, während Heyne im Januar 09 die Taschenbuchversion von „Vorkriegsjugend“ auf den Markt pumpt. (Da wird es hoffentlich nicht mehr allzu lange dauern, bis ich für meinen Privatjet neue Sitzbezüge aus Ochsenfrosch-Leder ordern kann.) Aber Obacht: Die Schlingel wollen dem Buch einen neuen Titel verordnen. Nicht, dass es mir zu hässlichen Doppelkäufen kommt …

22/11/07
Nachtrag: Good news travels slow! In der mir eigenen masurischen Wirrköpfigkeit habe ich es gestern gänzlich versäumt, die neusten Latrinenparolen von der Kesselschlacht um 'Ausschuss' zu verbreiten. Mein reumütiger Ex-Verleger (Friede seiner Asche!) hat entgegen jeder Erwartung vor kurzem das sechseinhalbstündige Hörbuch auf den Markt geschmissen. Ich habe die Endfassung nie gehört (so es überhaupt eine Endfassung gibt) und kann daher keine Auskünfte über die Tonqualität oder ähnliches erteilen, meine mich aber dunkel zu erinnern, dass ich den Schinken dereinst höchst selbst eingelesen habe. Zu beziehen ist der Kassenknüller unter diesem Link
In Buchform wird der Roman eventuell 2009 neuaufgelegt. Wer nicht so lange warten will, schaut mal bei Tante Guerilla vorbei (www.tanteguerilla.com). Da fliegen eventuell noch ein paar Restexemplare herum ... Gut Holz!

21/11/07
Gibt es etwas Schöneres, als sich selber Lügen zu strafen?! Getreu der Devise "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" sind auf dieser Seite weitere Sammelbilder aufgetaucht. Wer braucht schon neue Texte, wenn das tränennasse Auge von in strammer Selbstzucht geformten Leibern geblendet wird ... Für alle Stalker unter euch noch die Information, dass ich seit knapp vier Wochen in Hamburg wohne. Naturgemäß verschlingt so ein Umzug nicht nur Nervenkraft sondern auch Lebenszeit. Aber der Tag, an dem ich meine Plattensammlung alphabetisch sortieren werde, ist nicht mehr fern. Vielleicht kann ich mich also noch in diesem Jahr wieder dem Schreiben zuwenden, um dann irgendwann 2008 endlich den von der deutschen Literaturkritik heiß ersehnten (Anti)Porno vom Tisch zu bekommen. Lesungen versuche ich bis dahin zu vermeiden. Denn das wäre doch mal was, mit einem komplett NEUEN Programm auf Tour ... Zugegeben für meine Verhältnisse eine nachgerade kühne Vision. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. In diesem Sinne: Glück auf!

28/07/07
Herrschaften, wie es aussieht, werde ich langsam mitteilungsbedürftig (sicher eine Alterserscheinung), aber ich komme einfach nicht daran vorbei (neben den erwähnten Sammelbildern) auch noch auf zwei akustische Leckerbissen hinzuweisen: In der Abteilung ‚Abhörprotokolle’ erwartet die geneigte Kundschaft garantiert pestizidhaltige Kost aus dem Tonstudio. So und nicht anders muss Nazi-HipHop klingen! Das meint auch Victoria Beckham, die ich unlängst während einer Reise nach Görlitz getroffen habe. Keine Frage, dass wir am Ende der Begegnung unsere Wäsche getauscht haben. Ein erfrischendes Beweisfoto lagert in der Sektion ‚Homestory’.

21/06/07
Preiset den Herrn, Brüder und Schwestern im Geiste! Auf vielfachen Wunsch (gerade auch aus den Reihen meiner älteren LeserInnen) gibt es unter der Rubrik ‚Lichtbilder’ endlich neue Masturbationsvorlagen. Hängt sie euch in die Spinde, verteilt sie in den Briefkästen der Nachbarschaft, verziert sie mit Blüten und Gebinden, denn es könnten – Inschallah – die letzten sein.

12/06/07
Neues aus der Abteilung ‚Nepper, Schlepper, Bauernfänger’: Der Lautsprecher Verlag, dem ich dereinst in einer Phase geistiger Umnachtung die Rechte an meiner Benimmfibel ‚Ausschuss’ übertragen habe, existiert nur noch virtuell. Die Büroräume sind verwüstet, der Verleger ist landesflüchtig, das Betriebskapital von der holländischen Hanf-Mafia eingezogen worden. Es dürfte also schwierig werden, in naher Zukunft noch Exemplare dieses ‚Jahrtausendthrillers“ (Chaled Maschaal) zu bekommen, was insofern schade ist, da mir ‚Ausschuss’ von allen Büchern, die ich bisher geschrieben habe, stets das liebste war. Bol.de besitzt noch einen Restposten, ansonsten sieht es mau aus. Bleibt zu hoffen, dass der tschetschenische Anwalt, den ich unlängst engagiert habe, etwas reißen kann.

08/11/06
Ihr habt Probleme mit dem anderen Geschlecht, mit der Steuerbehörde oder dem neuen Abschnittsbevollmächtigen? Ihr habt diesen finsteren Ausschlag im Gesicht, ein entzündetes Intim-Piercing oder "Leichenrasen" auf der Zunge? Tröstet euch mit der Erkenntnis, dass ein Oberlippenbart weitaus schlimmer wäre, und erkauft euch die dauerhafte Linderung eurer Leiden, indem ihr eure geschnorrten Piaster in den Erwerb des neuen Kurzgeschichtenbandes investiert. "Angsterhaltende Maßnahmen – wassen das für’n Titel?", kam es sogleich aus der Chefetage des Verlages. Ich kann’s euch auch nicht sagen, Brüder und Schwestern. Nur soviel: Der erste Schuss ist wie immer umsonst! Und nun? Vielleicht mach ich mich an den zweiten Teil von „Vorkriegsjugend“ oder ich schreib endlich diesen trostlosen Porno fertig, den ich bereits vor drei Jahren begonnen habe. Vorher muss allerdings erst mal der Motor geölt werden. Also: "A.cht C.ola A.cht B.ier, Frau Wirtin!"

08/02/06
Obacht Herrschaften! Am 15.03.06 ist es soweit. "Weißwasser" kommt endlich in den Handel. Behaltet also die Schaufenster der örtlichen Buchläden im Auge, damit im Falle mangelhafter oder gar fehlender Produktwerbung umgehend Strafanträge gestellt werden können. "Beim Scheitan, eine Liebesgeschichte! Und auch noch gemeinsam mit einem Mädchen verfasst", höre ich die harten Buben (beiderlei Geschlechts) unter Euch bereits greinen. Aber da müsst ihr durch, Myladys, Mylords, denn gerade für Euch ist das Buch ja erst geschrieben worden, auf dass sich Eure klammen Herzen in saftige Steaks verwandeln mögen. Für die, die der Krawall-Literatur dennoch nicht abschwören wollen, gibt es dann im Herbst einen Packen brandneuer Kurzgeschichten, deren Erwerb, und das sei hiermit versprochen, Euch auch noch den letzten Rest gesellschaftlicher Anerkennung rauben wird. Ungeachtet dessen gilt natürlich weiterhin: "In der Kunst strebt der Mensch stets ins Ungewisse…"

22/11/05
Recht habt ihr getan, liebe Betschwestern und Klosterbrüder. Dass es sich lohnt, das karge Wechselgeld in leeren Asbach-Uralt-Flaschen aufzubewahren, beweisen einmal mehr die Buchveröffentlichungen 2006. Im genannten Jahr erscheinen gleich zwei Werke aus meiner rostzersetzten Produktionsstätte. Im Februar/März ein Roman mit dem idyllischen Namen 'Weißwasser', irgendwann später eine Sammlung neuer Kurzgeschichten, die beim BND unter dem Arbeitstitel 'Angsterhaltende Maßnahmen' firmiert. 'Weißwasser' habe ich gemeinsam mit meiner formidablen Kollegin Antje Herden verfasst; aus zweierlei Perspektive wird hier eine Liebesgeschichte erzählt, die auch dem härtesten Robbenschlächter unter Euch die Tränen in die Augen treiben wird. Unser Expertenrat: Für die Gespielin/den Gespielen gleich ein Exemplar mitbesorgen! Damit auch Euer Sexlife mal so richtig in die Grube fährt…
'Angsterhaltende Maßnahmen' enthält den Stoff, den Hauptwachtmeister Off dann in Kürze hoffentlich auch wieder live und in Farbe in den zahllosen Absteigen und Bumsdielen dieser Republik zum Vortrag bringen wird. Nichts für Konfirmandentöchter, nichts für Köderfische! Um zerlumptes Erscheinen wird gebeten. In diesem Sinne: Hoch die Minne!

19/11/05
Nicht zu fassen, aber wahr: Es gab an dieser Stelle in letzter Zeit doch tatsächlich Anfragen, ob ich unter die Maoisten gegangen wäre. Wahrscheinlich hat da der im Spätsommer in der Wochengazette Spiegel erschienene Artikel eine bewusstseinserweiternde Rolle gespielt. Von 50 Millionen Toten war dort die Rede – eine Zahl, die ich hier gar nicht in Frage stellen möchte. Warum auch? Eine Leiche im Keller genügt schon. Und dass sich der 'Große Vorsitzende' um das Wohl und Wehe seiner Landsleute nicht geschert hat, war schon 1971 bekannt. Demgemäß kann auch im Umgang mit dieser Machtleiche nur folgende Parole gelten: "Kein Gott, kein Staat, kein Führer!"
Warum seine Schweinebacken dennoch den Hintergrund eines meiner Pressefotos verunzieren dürfen, vermag hoffentlich folgende Begründung zu erklären: Der dickbäuchige Parteichef würde im Grabe rotieren, wenn er mit ansehen müsste, wie ausgewiesene Tagediebe unter seiner speckigen Mütze zum fröhlichen Appell antreten. Punkrock darf alles!!!
Für ein herrschaftsfreies Leben!